Über uns


Kalkar-hilft  –  Was uns antreibt

Niemand kann sich der bedrückenden Bilder entziehen, die seit Sommer 2015 täglich über die Bildschirme in unsere Wohnzimmer kamen. Es sind Bilder von vertriebenen Männern, Frauen und Kindern auf dem ungewissen Weg in eine hoffentlich bessere Zukunft. Sie nehmen ungeheure Strapazen auf sich, verlieren Hab und Gut und ihre Freunde und Verwandten. Sie verlassen nicht leichtfertig ihre Heimat, sondern sie fliehen um ihr Leben und werden angetrieben von der Hoffnung, in einem Land, das ihnen fremd ist, aufgenommen zu werden und hier wenn nötig, für eine lange Zeit ein neues Zuhause zu finden. Manche verlieren auf der Flucht ihr Leben.

Die Gruppe Kalkar hilft! gründete sich im September 2015, um den Kalkarer Bürgern eine Plattform zu geben, sich in der Flüchtlingshilfe zu engagieren. Wir wollen gleichermaßen Unterstützungsbedarfe erfassen und bekanntgeben sowie Hilfsangebote koordinieren, um die Flüchtlingshilfe unkompliziert zentral zugänglich zu machen und die beteiligten Personen effizient zu vernetzen. Dies entlastet die Verwaltung, schafft bei den beteiligten Hilfsangeboten Freiräume für die eigentliche Arbeit und spart unnötige Kosten.

 

Die Motivation für dieses Engagement liegt einmal natürlich in dem Wunsch begründet, helfen zu wollen. Ein nicht minder starker Antrieb liegt aber auch darin, dass wir erkennen, dass die Vielzahl der zu uns kommenden Menschen Probleme mit sich bringen kann. Es kommen hunderttausende von Menschen aus einem anderen Kulturkreis, mit einem anderen religiösen Hintergrund und einem zu Teilen anderen Werteverständnis zu uns. Dies wird unsere Gesellschaft verändern. Es kann unsere Gesellschaft bereichern, wenn dies im Kontext unseres bestehenden Wertesystems geschieht. Es wäre aber naiv zu glauben, dass dies ein Selbstläufer ist. Es bedarf der Anstrengung von Verwaltung, Politik und vor allem aber von uns als Zivilgesellschaft, um diese Veränderung zu einem guten Ergebnis zu führen. Wenn es aber nicht gelingt, den zu uns kommenden Menschen ein positives Bild unserer Gesellschaft zu vermitteln, so werden sie sich um so eher in Parallelgesellschaften zurückziehen und dort ihre Werte leben. Wenn es nicht gelingt, sie und ihre Kinder in unsere Gesellschaft aufzunehmen, hier wirklich zu integrieren und mit ihnen gemeinsam zu leben, kann es früher oder später leicht zu Problemen aufgrund unterschiedlicher Werte und Normen kommen.

 

Dem wollen wir dadurch begegnen, dass wir daran mitarbeiten, den Flüchtlingen die positiven Aspekte unserer Gesellschaft und unsere Werte, Regeln und Normen nahezubringen. Dies gelingt nur über Begegnung, Erfahrung, Austausch und Respekt. Wir wollen mitarbeiten an einer friedvollen gemeinsamen Zukunft mit denen, die hier bleiben werden. Wir erhoffen und erwarten von allen ein Zusammenleben, das von Toleranz und Respekt für den jeweils anderen geprägt ist.

(v.w.)